By Cecil Bruce Boye, Fotos: Willi Brandt, np
British museum
Verteiler: Hamburger Abendblatt
Weimar,Landesszeitung
Eutin, SHZ
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Eva Tischbein ist die Ururenkelin des Goethe-Tischbein. Ihre Lebensstationen: Berlin-Zerpenschleuse, Schorfheide, Eutin, Hamburg. Sie liebt Goethe mit:
Es sei wie es wolle,
es war doch so schön!
Faust,II. Teil
Frau Tischbein, Sie sind Opernsängerin und Ahnenforscherin. Was wissen wir noch nicht über Goethe und Tischbein?
ET: Viel, ich verwalte das Tischbein-Erbe. Zeichnungen, Briefe, Skizzen,
Wie eng waren Tischbein und Goethe in Rom und Neapel zusammen?
ET: Ach, die Homoerotik, was wissen wir denn? Goethe hat nach Hause in Weimar geschrieben: Ich liebe ihn, ich kann von ihm lernen, nicht umgekehrt.
Und doch die Trennung, der Riss der Freundschaft.
ET: Goethe war immer finanziell abgesichert, Tischbein nicht. Lady Hamilton hob ihn auf den Posten des Akademie-Direktors in Neapel. Goethe hat ihm nie verziehen, dass er nicht mit ihm nach Sizilien kam. Später haben sie sich wieder angenähert.
Goethe hat seine zarten Idyllen bedichtet…
ET: Ich glaube, die Liebe war immer noch da.
Trotzdem schrieb nach Tischbeins Tod sein Advocat Specht an Goethe: “Tischbein hat Ihnen lebenslag die Treue gehalten…und Sie? Wo werden Sie hinsehen, wenn sie sich in Himmel wiedersehen…” Jetzt sind beide im Himmel und was ist heute?
ET: Ich habe den Tischbein-Nachlaß in Musen verkauft, um sie der Öffentlichkeit zu zeigen. Aber 110 Zeichnungen sind in Dessau, Georgium unter Verschluß.
Und verstauben?
ET: So ist es. Auch in Lübeck im ältesten Hotel zum Goldenen Anker, wo Tischbein logierte und Overbeck unterrichtet hat, verstauben Tischbein-Werke. Kunsthistoriker sprechen von Millionenwerten.
Kann man nichts machen?
ET: Dr. Tischbein in Zerpenschleuse in der Schorfheide ließ in sein Grabstein einmeißeln :Ars longa, vita brevis -Die Kunst ist lang, das Leben ist kurz.
Danke, für das Interview
